Ben X

Am Sonntag hat es mich in eines der Düsseldorfer Kleinkunstkinos getrieben, das nicht weit von meiner Wohnung entfernt ist. Ich ging in Ben X. Und im Grunde habe ich bei sowas eigentlich immer angst, in Klischees zu rennen, denn zugegeben, die Storyline klingt am Anfang schon so. Ein Junge, der unter einer Form von Autosmis leidet, wird in der Schule gemobbt (wie ich dieses Wort hasse) und flüchtet sich in die Online-Spielewelt von Archlord. (Archlord ist ein reales MMORPG, das ich selber allerdings nie gespielt habe. Für mehr als eine kurze Mitgliedschaft bei Ragnarok, einen noch kürzeren Abstich zu Nostale und eine für meine MMORPG Verhältnisse lange Mitgliedschaft bei Flyff, das ich immernoch dann und wann spiele, hat es bei mir nie gereicht.) Klingt schonmal gefährlich für einen Film. Allerdings weiß der, der den Artikel darüber im Gee Magazin gelesen hat, (vielleicht unwahrscheinlich in einem Zeitalter, in dem die Printmedien derart am Internet zu knabbern haben) auch, dass der Regiesseur selber eine lange Zeit WoW gespielt hat und sich daher mit Online-RPGs, was das Risiko eines totalen Klischee-Films senken sollte.
Das tut es ehrlich gesagt auch. Ohne den Film jetzt spoilern zu wollen, weiß der Regiesseur scheinbar, was für Klischees bei einem solchen Film erwartet werden und spielt gekonnt mit denen, überrascht mit dem Ende.
Wenn ich im Kino sitze, denke ich oft über eine Wertung nach, die ich vornehmen werde. (So ist das, wenn man bei imdb angemeldet ist.) Und die meiste Zeit war ich bei 7 und erst die letzten Teile des Films haben mich wirklich noch zu 8 überzeugt. Ja, vielleicht ist das Ende im Kontext doch etwas vorhersehbar und man schöpft etwas Verdacht, andere werden vielleicht aber total überrascht sein.

8/10 für einen sehr netten Abend im Kino.

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